Niederflurbusse
Niederflurbusse
basieren auf der sogenannten Niederflurtechnik, die eine Fahrzeugsausführung
bestimmt, die mit besonders tiefliegenden Böden (Fluren) aufwartet.
Fahrzeuge mit Niederflurtechnik werden vorrangig im Öffentlichen
Personennahverkehr eingesetzt. Durch die Niederflurtechnik wird zum
Beispiel behinderten Personen, älteren Menschen, Rollstuhlfahrern,
jungen Müttern mit Kinderwagen oder kleinen Kindern und anderen ein
barrierefreier Zugang zu den jeweiligen Verkehrsmitteln ermöglicht und
der Fahrkomfort für die Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs
wird so gesteigert.
Fahrzeuge, die mit einer Niederflurtechnik ausgerüstet sind, erfordern
möglichst kompakte Antriebsaggregate oder aber eine andere Anordnung
der Nebenaggregate und der Antriebstechnik, als dies zum Beispiel bei
anderen Omnibustypen der Fall ist. So ist zum Beispiel der Motor eines
Niederflurbusses hinten quer zur Fahrtrichtung stehend eingebaut. Andere
Omnibusse haben ihren Motor in der Regel hinten liegend eingebaut.
Niederflurbusse verfügen zusätzlich über die Möglichkeit einer
pneumatischen Absenkung an der Ein- und Ausstiegsseite, was in
Verbindung mit den Hochbordsteinen an den verschiedenen Bushaltestelle
einen ebenerdigen und somit komfortablen Ein- und Ausstieg für die
Fahrgäste garantiert und ermöglicht.
Der rasante Aufstieg und die Entwicklung der Niederflurbusse begann wohl
im Jahr 1987, als der Bushersteller Neoplan gemeinsam mit den Münchener
Stadtwerken einen Niederflurbus für den Öffentlichen
Personennahverkehr der bayerischen Landeshauptstadt München entwickelte
und vorstellte. Die beiden großen Fahrzeughersteller MAN und Mercedes
Benz setzten anschließend ebenso auf die Niederflurtechnik und
entwickelten ihrerseits eigene Niederflurbusmodelle. Nachdem bis zum
Jahr 1997 nahezu alle Niederflurbusmodelle auf dem sogenannten
Standard-Linienbus II basierten, setzten sich ab dieser Zeit
herstellerspezifische Lösung in der Niederflurtechnik durch. So wurde
der sogenannte Tiefeinstiegsbus ("Low-Entry-Bus") entwickelt.
Bei diesem Omnibustyp verfügt lediglich der Vorderwagen über einen
niedrigen Flur, während der Hinterwagen für die Fahrgäste lediglich
über Rampen oder eine Stufe erreichbar ist.
Einstieg:
Voll-Niederflurbus
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Einstieg:
Teil-Niederflurbus
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Voll-Niederflur Gelenkbus
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Daneben entwickelte der Fahrzeughersteller ein weiteres, anderes System
mit der Niederflurtechnik. Der Neoplan N 4114 DE verfügte über einen
durchgängig ebenerdigen Fahrgastraum und besaß keine hinteren Radkästen.
Der Motor dieses Niederflurbusses war in einem Antriebsmodul über einer
lenkbaren Hinterachse untergebracht. Auch besaßen diese Niederflurbusse
einen elektrischen Antrieb, doch diese Konzept der Niederflurtechnik
konnte sich nicht durchsetzen, auch wenn Mercedes Benz einen ähnlich
aufgebauten Omnibus entwickelte und herstellte.
Omnibusse mit einer Niederflurtechnik kommen in der Bundesrepublik
Deutschland vorrangig im Öffentlichen Personennahverkehr größerer Städte
zum Einsatz. Im Bereich der Überlandbusse werden Niederflurbusse
hingegen kaum eingesetzt und im Reise- und Fernlinienverkehr findet man
in aller Regel keine Niederflurbusse. Dies hängt damit zusammen, dass
die Niederflurbusse im Gegensatz zu den anderen hier benannten und
vorgestellten Omnibusse über weitaus weniger Komfort und Bequemlichkeit
verfügen. Auch die höhere Sitzposition und die damit verbundene
Aussicht ist auf Langstreckenreise ein unabdingbares Kriterium für den
anspruchsvollen Passagier, ganz zu schweigen von den bei Weitem nicht
ausreichend vorhandenen Möglichkeiten der Gepäckverstauung in
Niederflurbussen im Gegensatz zu den modernen Reisebussen.
Für den Einsatz von Niederflurbussen im Öffentlichen
Personennahverkehr gibt es jedoch eine stattliche Anzahl von Regelungen
und Verordnungen zu beachten. So müssen im Öffentlichen
Personenverkehr eingesetzte Omnibusse über mindestens einen Platz für
Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen verfügen, sowie über eine dazugehörige
Sicherung mittels eines Gurtes, damit den Fahrgästen während der Fahrt
nichts passiert und der Rollstuhl oder der Kinderwagen ausreichend
gesichert ist.
Auch für den speziellen Transport von behinderten oder kranken Menschen
werden Omnibusse entsprechend umgebaut und mit einer Niederflurtechnik
sowie speziellen Hilfsmitteln versehen. Dazu gehören unter anderem
Auffahrrampen, Hebebühnen oder Lifte, speziell entwickelte
Befestigungs- und Rollstuhlhaltesysteme sowie Gürte zum Festzurren von
Rollstühlen.
Diese behindertengerechten und genauestens auf die Bedürfnisse von
kranken und pflegebedürftigen Personen abgestimmten Ein- und
Ausstiegssysteme werden vorrangig in Kleinbussen oder aber auch in
Personenkraftwagen mit einer entsprechend ausreichenden Dachhöhe
eingebaut. Jedoch verwenden auch spezielle Reise- oder Stadtbusse
vermehrt Einstiegshilfen für behinderte oder kranke Menschen. Es gibt
einige Firmen, die sich ganz speziell auf die Herstellung von
Hilfsmitteln für den sicheren und komfortablen Transport von
behinderten, kranken oder pflegebedürftigen Menschen im Bereich der
Omnibustechnik spezialisiert haben. Für den Einsatz von solchen
sogenannten Krankentransport- oder Rollstuhlbussen existieren jedoch in
der Bundesrepublik sehr strenge Richtlinien und Vorgaben.
Die meisten, von den großen Busherstellern produzierten Niederflurbusse
haben eine Länge von ab zehn Metern, im Bereich Der Klein- und
Midibusse gibt es hingegen nur eine relativ kleine Auswahl an
Niederflurbussen. Dies findet seinen Ursprung unter anderem darin, dass
die Klein- und Midibusse auf eine bereits vorhandene Fahrzeugchassis
aufbauen, die an sich nicht für eine Verwendung im Zusammenhang mit der
Niederflurtechnik geeignet und bestimmt sind. Um aus einem Klein- oder
Midibus einen Niederflurbus herzustellen, wäre somit ein massiver
Eingriff in die originale Fahrzeugchassis für den Fahrzeughersteller
von Nöten, was wirtschaftlich nicht rentabel wäre und auch eine Frage
der Fahrzeugkarosseriegarantie ist. Auch wäre dies mit enormen
Entwicklungs- und Homolegationskosten (Zulassungskosten) verbunden.
Einige wenige Bushersteller setzen trotz aller widrigen Umstände auf
die Entwicklung und die Herstellung von Niederflurbussen im Bereich der
Klein- und Midibusse, dazu gehören der österreichische Bushersteller
"Kutsenitz" und der niederländische Bushersteller "VDL-Kusters".
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